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arma et scientia ex officio

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Ausschreibungsergebnisse nach Kalenderjahren

Ausschreibungsergebnisse nach Instrumenten / Programmlinien

Bei Inhaltlichen Fragen zu Projekten wenden Sie sich bitte an den Bedarfsträgervertreter des BMLV:

Bundesministerium für Landesverteidigung
Abteilung Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Referat Nationale Sicherheits- und Verteidigungsforschung 

Mag. Dr. Adelheid Obwaller
Roßauer Lände 1
A-1090 Wien 
verteidigungsforschung@bmlv.gv.at

Kooperative Projekte > 2019

ABC-MAUS

Modellierung der atmosphärischen Ausbreitung von ABC Kampfmitteln und Lagebildverbesserung durch Sensordatennutzung

Beim Einsatz unter ABC-Bedrohung werden beim Österreichischen Bundesheer derzeit Verfahren verwendet, die eine grobe Abschätzung von Gefahrenbereichen zur unmittelbaren Warnung gefährdeter Truppenteile bieten. Notwendige Angaben über Ort und Art von Angriffen mit Freisetzungen von Kampf- und Gefahrstoffen beruhen dabei auf der Auswertung von durch Soldaten erstellten und übermittelten Beobachtungsmeldungen.

Nukleardetonationen, deren Auswirkungen österreichische Kräfte potentiell bedrohen, sind jedoch als Ereignisse oft nicht ausreichend durch direkte Beobachtungen bzw. verfügbare Informationen charakterisiert. Das Projekt ABC-Maus sieht vor, in solchen Fällen Ort und Detonationsstärke durch Verwendung von geophysikalischen Verfahren (Seismik, Infraschall) zu ermitteln. Die Datengrundlage bilden das Internationale Monitoring System der CTBTO (Comprehensive Nuclear Test-Ban Treaty Organization) und ZAMG eigene Daten.

Mit auf analytischen Gleichungen basierenden Modellen können im ABC-Informationssystem nach bodennahen Nukleardetonationen sowie nach Angriffen mit ABC-Kampfstoffen bzw. Freisetzungen von ABC-Gefahrstoffen rasch lokal Gefahrenbereiche festgelegt werden. In diesen Verfahren getroffene Vereinfachungen führen jedoch zur Vernachlässigung von potentiell relevanten Effekten, was durch sehr konservative und damit breite Sicherheitszonen ausgeglichen wird. Die Gebiete, für die Schutzmaßnahmen zu ergreifen bzw. die zu evakuieren sind, fallen dadurch übermäßig groß aus. Durch die Verwendung von komplexeren Ausbreitungsmodellen und das Einbeziehen größerer Skalen könnte das ABC-Lagebild verfeinert werden.

Ein verdeckter Angriff mit ABC-Gefahrstoffen wird nur durch seine Wirkung oder mit vorsorglich eingesetzten Sensoren erkannt. Dabei sind Ort und Zeitpunkt der Freisetzung nicht bekannt und die derzeit verwendeten Verfahren liefern extrem große Gefahrenbereiche. Ein optimierter Einsatz von verlegbaren Sensoren bzw. Messgeräten soll in Verbindung mit modernen Verfahren zur atmosphärischen Vorwärts- und Rückwärtsmodellierung eine verlässlichere Eingrenzung dieser Gebiete ermöglichen.

Es besteht daher im ABC-IS ein Bedarf der Nutzung von bislang nicht verfügbaren Modellen und Verfahren zur Bestimmung der Ereignislokalisation beziehungsweise -charakteristik und der großräumigen Konsequenzen von atmosphärischen, nuklearen Detonationen als auch des Quellterms von nuklearen und nicht-nuklearen Freisetzungen von Kampf- oder Gefahrstoffen unter Einbeziehung von verlegbaren Sensoren.

Die Ziele des Projekts ABC-MAUS sind (1) eine Toolbox an Modellen und Verfahren zur Verbesserung des ABC-Lagebildes, (2) ein Konzept und eine Versuchsanordnung für ein gesichertes Netz von verlegbaren Sensoren sowie (3) ein Konzept und ein Laborprototyp für eine Erweiterung des ABC-Informationssystems zur Nutzbarmachung der Forschungsergebnisse für das Österreichische Bundesheer.