Diese Seite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Nähere Informationen zu Cookies und unserer Datenschutzerklärung finden Sie hier.

OK

arma et scientia ex officio

  •  11

Ausschreibungsergebnisse nach Kalenderjahren

Ausschreibungsergebnisse nach Instrumenten / Programmlinien

Bei Inhaltlichen Fragen zu Projekten wenden Sie sich bitte an den Bedarfsträgervertreter des BMLV:

Bundesministerium für Landesverteidigung
Abteilung Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Referat Nationale Sicherheits- und Verteidigungsforschung 

Mag. Dr. Adelheid Obwaller
Roßauer Lände 1
A-1090 Wien 
verteidigungsforschung@bmlv.gv.at

F&E-Dienstleistungen > 2019

Semi-autonomes radiologisches Luftspürsystem

Erstellung einer Echtzeit-Verstrahlungskarte auf Bodenhöhe durch unbemannte semiautonome Luftfahrzeuge unter Berücksichtigung der Abschirmung durch das Gelände und der 3D Umgebung.

Bei Großschadenslagen und Einsätzen mit radioaktiven Gefahrstoffen sind militärische Einsatzkräfte oftmals großen und nicht vorhersehbaren Risiken ausgesetzt, da bei der Einsatzplanung nur wenige gesicherte und aktuelle Informationen zur Verfügung stehen. Für diese Einsätze sind relevante Informationen, wie z.B. die Beschaffenheit des Geländes, der Infrastruktur und die radioaktive Belastung in Bodennähe, nicht in Echtzeit vorhanden. Daten, die bei Einsätzen dieser Art zur Planung der Erkundung vor Ort von extremer Wichtigkeit sind, beruhen daher nicht auf tatsächlichen Lageinformationen, was ein enormes Risiko für die Einsatzkräfte darstellt.

Basierend auf unserem Wissensstand und einer umfangreichen Recherche, gibt es kein System, das ein hochauflösendes, aktuelles 3D Lagebild vor Ort in Echtzeit, kombiniert mit radioaktiven Daten in Bodennähe, für die Einsatzkräfte in Anlassfällen rasch und sicher zur Verfügung stellt. Diese Lücke will dieses Projekt mit der Entwicklung eines unbemannten, semi-autonomen Luftspürsystems für die Erstellung einer Echtzeit-Verstrahlungskarte in Bodennähe schließen. Dieses System wird angesichts der Gefahr, von terroristischen Anschlägen erstmals den Einsatz im urbanen Gelände und geringer Flughöhe ermöglichen, da Helikopter aus flugsicherheitstechnischen Gründen nicht unter 90m Höhe fliegen können.

Bei derzeitigen Systemen werden die Daten oftmals erst offline nach dem Flug aufbereitet und verarbeitet. Dies stellt eine erhebliche Verzögerung bei zeitkritischen Szenarien dar. Im Rahmen dieses Projektes wird eine Forschungs-Demonstrator-Plattform entwickelt, welche semi-autonom flugfähig ist und schon während des Fluges live Strahlungs-Messwerte verarbeitet. Diese Messwerte werden einerseits für die AnwenderInnen in geeigneter Form visualisiert als auch in die Flugroutenplanung einfließen, um das Gebiet auf möglichst effiziente Weise abzudecken und die höchsten Strahlenkonzentrationen zu lokalisieren.

Eine wesentliche Innovation hierbei ist die Kombination eines hochgenauen 3D LIDAR Scanners mit einer Gamma-Sonde auf einem ULFZ in Echt-Zeit (kleiner 120 Sekunden). Herkömmliche Systeme verwenden GPS Höhendaten, Radar oder Punktlaser, um die Höhe während des Fluges laufend zu ermitteln. Dies ist jedoch insbesondere in urbanen, bergigen Gebieten oder bei starker Vegetation fehlerbehaftet. Durch den 3D LIDAR Scanner kann live eine hochgenaue 3D Geländekarte der tatsächlichen Umgebung erstellt werden, sogar wenn kein genaues Kartenmaterial vorhanden ist. Die Daten der Gamma-Sonde werden mit dem 3D Geländemodell kombiniert und können einerseits zur besseren Navigation auf dem Gelände verwendet werden. Anderseits bietet diese Kombination die einzigartige Möglichkeit, die Strahlenmesswerte hinsichtlich Abschirmungen durch Gebäude und Vegetation zu korrigieren und somit zuverlässigere Messwerte für die Projektion auf Bodenhöhe zu erlangen. Zusätzlich soll die Identifikation von unterschiedlichen Radionukliden unterstützt und berücksichtigt werden.